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Patienten wünschen mehr Informationen über moderne Neurodermitistherapien

28. Oktober 2004 - Dr. Jens Meyer

Mehr als 84 Prozent aller Neurodermitispatienten wünschen sich ein Medikament, mit dem die quälenden Schübe verhindert werden können, aber nur 26 Prozent wurden bisher von ihrem Arzt darüber informiert, dass es solche Mittel bereits gibt. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) unter 2.000 von Neurodermitis betroffenen Mitgliedern durchgeführt hat. Die Umfrage zeigt, dass der Informationsbedarf der Patienten hinsichtlich moderner Behandlungsmöglichkeiten dieser Hautkrankheit sehr groß ist. Denn nur 20 Prozent kennen oder verwenden moderne kortisonfreie Cremes. Frühzeitig eingesetzt, können diese Cremes Beschwerden schnell lindern und sogar Krankheitsschübe verhindern. Dies wissen jedoch die Wenigsten. 63 Prozent der Betroffenen setzen dagegen nach wie vor kortisonhaltige Medikamente ein. Vier von fünf Patienten wenden feuchtigkeitsspendende Cremes und Salben (Basistherapie) an, jeder zweite nimmt im Akutfall zusätzlich ein juckreizlinderndes Antihistaminikum.

Neurodermitis tritt in Schüben auf. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass ca. 51% der Betroffenen durchschnittlich einmal im Monat einen Schub erleiden, viele von ihnen sogar erheblich häufiger. Mehr als 20 Schübe im Jahr wurden von 12 Prozent der Betroffenen angegeben. Unter den Schüben und den damit verbundenen Symptomen leiden die Betroffenen außerordentlich. Seelische Belastungen und Stress in der Familie stellen für 88 Prozent der Betroffenen ein großes Problem dar. Beinahe 60 Prozent leiden unter Schlafstörungen und jeweils ca. 40 Prozent fühlen sich in ihrer Leistungsfähigkeit im Beruf bzw. in der Freizeit und beim Sport beeinträchtigt.

Um dem großen Informations- und Aufklärungsbedarf der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu begegnen, hat der DAAB die "Aktion gesunde Familie – Fokus Neurodermitis" ins Leben gerufen. Betroffene Familien erhalten Tipps und Informationen rund um Neurodermitis. Ein wichtiges Anliegen der Kampagne ist außerdem, die Betroffenen über neue Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. "Unsere Umfrage zeigt, dass der Informationsbedarf groß ist", sagt die Geschäftsführerin des DAAB, Andrea Wallrafen. "Wir wollen den betroffenen Familien helfen, ihre Krankheit besser in den Griff zu bekommen und ein Leben ohne ständige Neurodermitisschübe und den entsprechenden Stress zu führen", so Frau Wallrafen weiter.

Dazu wurde speziell für Familien ein "Familien-Ratgeber Neurodermitis" entwickelt und eine eigene Internetseite entworfen. Mit intensiver Pressearbeit und Beratung, die im Internet und per Telefon angeboten wird, werden die Familien regelmäßig informiert und über den richtigen Umgang mit ihrer Krankheit aufgeklärt. Der "Familien-Ratgeber Neurodermitis" enthält Tipps zur Hautpflege, zu Sport, Urlaub und Kindergeburtstag oder zur Wahl des richtigen Arztes. Er kann kostenlos unter der Telefonnummer 02161/814940 angefordert werden und steht auf der Internetseite www.aktion-gesunde-familie.de zum Download bereit.

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ÖKO-TEST nimmt Neurodermitiscremes unter die Lupe

14. Oktober 2004 - Dr. Jens Meyer

In einer aktuellen Untersuchung testete die Zeitschrift ÖKO-TEST rezeptpflichtige und nicht rezeptpflichtige Salben und Cremes sowie Basispflegeprodukte zur äußeren Anwendung bei Neurodermitis. Die insgesamt 57 Mittel wurden in den beauftragten Laboren auf schädliche Hilfsstoffe untersucht. ÖKO-TEST-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz begutachtete zudem die Wirkstoffe.

Bei den rezeptpflichtigen Cremes schnitt ein Drittel mit "gut" und "sehr gut" ab. Alle nicht rezeptpflichtigen Therapeutika fielen mit "mangelhaft" durch. 15 von 34 Basispflegeprodukten konnten mit "gut" und "sehr gut" bewerten werden, fünf dieser Mittel bekamen allerdings das schlechteste Testurteil "ungenügend". Bei den rezeptpflichtigen Therapeutika für Neurodermitis schnitten die so genannten Immunmodulatoren bzw. Calcineurinhemmer mit dem Gesamturteil "sehr gut" ab.

Zum 4-seitigen Bericht auf der Website von ÖKO-TEST

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Einsatz von Calcineurinhemmern bei anderen Hauterkrankungen

5. Oktober 2004 - Dr. Jens Meyer

Calcineurinhemmer bieten in der Behandlung der Neurodermitis eine innovative Alternative zu Kortisonpräparaten, ohne die bei Kortisoncremes zu beobachtenden Nebenwirkungen wie z.B. Hautverdünnung zu zeigen. Die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus sind bislang nur zur Therapie der Neurodermitis zugelassen, werden jedoch bei einer Vielzahl von weiteren Hauterkrankungen untersucht.

Der erfolgreiche therapeutische Einsatz und die daraus resultierende Zulassung bei Neurodermitis hatte auch die Erprobung für die Behandlung anderer Hauterkrankungen zur Folge, die mit entzündlichen Prozessen einhergehen. In Fallberichten oder kleineren unkontrollierten klinischen Studien wurde über den erfolgreichen Einsatz bei der Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) beispielsweise im Gesicht berichtet. Auch über die erfolgreiche Therapie von Handekzemen liegen Berichte vor. Besonders erfolgversprechend verlief bislang die Forschung zur Behandlung des seborrhoischen Ekzems und von Kortison-ausgelöster Rosacea. Viel versprechend ist auch die zukünfige Behandlung der Vitiligo (Weißfleckenkrankheit). Im Gegensatz dazu war die Anwendung bei der Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) bisher ohne Erfolg. In den Anfängen stecken zur Zeit noch Untersuchungen zu Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder Lichen planus (Knötchenflechte). Doch gibt es auch hier vielversprechende erste Ansätze. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass Calcineurinhemmer zur Zeit nur für die Behandlung der Neurodermitis zuglassen sind und daher von den Krankenkassen nur für diese Erkrankung erstattet werden.

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letztes update dieser seite: 2013-03-20 | © 2013

 
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