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Für belastete Haut bedeuten starke Temperaturschwankungen – eisige Kälte auf der Piste, trockene Wärme in der Skihütte – normalerweise viel Stress. Dies verstärkt Juckreiz und Hautausschlag oft deutlich. Doch regelmäßige Hautpflege und eine bedarfsorientierte Therapie ermöglichen auch Neurodermitis-Patienten einen unbeschwerteren Skiurlaub, teilte der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bereits Anfang 2005 in Mönchengladbach mit. Da die kalte Jahreszeit aktuell wieder ihren Höhepunkt findet, können Betroffene sowohl zuhause als auch im Skiurlaub von den "Kältetipps" der Experten profitieren.
"Die kalten Wintertage sind für die Haut eine echte Herausforderung", sagt der Allergologe Ralph Köllges, Vorstandsmitglied im DAAB. "Dies gilt in den Bergen noch stärker als im Flachland." Pro 1.000 Höhenmeter erhöht sich die Sonneneinstrahlung um 20 Prozent, und die Reflexion im Schnee verstärkt die Lichtintensität um 90 Prozent. Darüber hinaus verlangsamt sich der Stoffwechsel bei Kälte deutlich: Bereits ab einer Temperatur von plus acht Grad drosseln die Talgdrüsen ihre Produktion, der Fettfilm, der die Haut normalerweise vor Feuchtigkeitsverlust schützt, wird dünner und brüchig. Schließlich spannt die Haut, wird spröde, rissig und beginnt zu jucken.
Sonneneinstrahlung und kalte Temperaturen reizen besonders die Haut von Neurodermitis-Patienten und lösen nicht selten Krankheitsschübe mit quälendem Juckreiz aus. In der Not greifen viele Betroffene zu nebenwirkungsreichen Kortisonsalben. "Aus unseren Beratungen wissen wir, dass viele Neurodermitis-Patienten Kortison ablehnen, mit der Basispflege allein aber nicht auskommen", erläutert Andrea Wallrafen, Geschäftsführerin des DAAB. "Mittlerweile gibt es jedoch einen völlig neuen Ansatz in der Behandlung von Neurodermitis, der ganz ohne Kortison auskommt. Mit den neuen kortisonfreien Calcineurinhemmern gelingt es, einen Krankheitsschub schon im Ansatz zu stoppen und die Zahl der Schübe deutlich zu reduzieren. So können die Auswirkungen der extremen Klimabedingungen im Skiurlaub gelindert werden."
Neben dem Einsatz der neuen Salben ist besonders im Skiurlaub die tägliche Hautpflege für Neurodermitis-Patienten wichtig. "Fett statt feucht" lautet allgemein in der kalten Jahreszeit das Motto für die Basispflege. Cremes und Salben mit einem hohen Fettanteil als Kälteschutz sind während der Skiferien gefordert. Besonderer Pflege bedürfen Gesicht und Lippen. Die Lippen besitzen keine eigenen Drüsen zur Fettproduktion und sollten daher regelmäßig mit pflegendem Balsam versorgt werden. Für das Gesicht eignen sich spezielle Pflegeöle, die tief in die Haut eindringen. Damit trockene Heizungsluft der Haut nicht noch mehr Feuchtigkeit entzieht, lohnt es sich, ein nasses Handtuch oder eine Schale mit Wasser auf die Heizung zu stellen – dies sorgt für eine höhere Luftfeuchtigkeit.
Weitere Tipps und Informationen zu Neurodermitis und zum täglichen Verhalten gibt der Familien-Ratgeber "Gesund durchs Jahr mit Neurodermitis", den der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) im Rahmen seiner "Aktion Gesunde Familie" herausgebracht hat. Die Broschüre kann kostenlos unter der Telefonnummer 02161/814940 angefordert werden und steht auf der Internetseite der Aktion Gesunde Familie zum Download bereit: www.aktion-gesunde-familie.de. |