Was als Urlaubslaune beginnt, kann ein „Bund
fürs Leben“ werden – nicht selten unfreiwillig: Wer sich ein Tattoo als
Reisesouvenir stechen lässt, läuft Gefahr, auch eine Allergie oder Infektion
mit nach Hause zu bringen, die ihn lebenslang begleiten kann.
Und wenn man ein Tattoo wieder loswerden möchte, kann einen das
teuer zu stehen kommen.
Über die Ästhetik von Tätowierungen kann man geteilter Meinung sein. Doch
unbestritten sei, dass es sich bei Tattoos keineswegs um „harmlosen“ Körperschmuck
handelt, betont Dr. Andreas Jesper vom Berufsverband der
Deutschen Dermatologen.
Infektionen und Allergien
Schon das Stechen eines Tattoos birgt Risiken, erklärt der Hautarzt aus Lüdenscheid.
Hygienestandards, die für uns als selbstverständlich gelten,
sind in vielen Ländern der Erde ein Fremdwort. Wer sich im Urlaub auf irgendeinem
Basar tätowieren lässt, läuft durchaus Gefahr, sich eine Hepatitis
oder eine HIV-Infektion einzufangen.
Henna, das beispielsweise in der Türkei oder in Marokko gerne für Körperbemalungen
verwendet wird, ist nicht selten mit Paraphenylendiamin gemischt,
das eine massive Allergie auslösen kann, die lebenslang bestehen
bleibt.Manche der Farben, die beim Tätowieren in die Haut gestochen werden,
enthalten giftige Autolacke oder Schwermetalle. Auch Azofarbstoffe finden
sich, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
In seltenen Fällen kann sich eine Allergie auf eine Tätowierfarbe entwickeln.
Unter Sonneneinfluss kann es zu chemischen Reaktionen von Farbpigmenten
kommen, die zu Störungen des Immunsystems führen können.
Entfernung der Tattoos oft aufwändig und kostspielig
Gerade Tattoos, die aus einer Urlaubslaune heraus entstanden sind, möchte
man später nicht selten wieder loswerden – vielleicht weil im neuen Job
Tätowierungen unerwünscht sind oder weil der eintätowierte Name des Verflossenen
stört. Eine Tattooentfernung sei jedoch zeitaufwendig, schmerzhaft
und auch kostspielig, betont Andreas Jesper.
Hautärzte setzen vorrangig gütegeschaltete Lasersysteme ein, die mit Licht
in den Komplementärfarben zu den Tätowierungsfarben arbeiten. Damit
werden die Farbpigmente des Tattoos zersprengt, so dass sie von den Fresszellen
der Haut abtransportiert werden können, und der Körperschmuck verblasst.
Bei richtiger Anwendung in der Hand eines Hautarzt-Laserexperten lassen
sich Tätowierungen in vielen Fällen narbenlos entfernen, erklärt Dr. Jesper.
Bei manchen Tatöwierungen mit nicht bekannten Farbpigmenten kann es allerdings
zu einem irreversiblen Farbumschlag kommen. Eine mögliche Nebenwirkung
der Laserbehandlung ist zudem eine allergische Reaktion, wenn
die Farbpigmente versprengt werden.
Ein nicht so tief gestochenes, einfarbiges Tattoo lässt sich wesentlich einfacher
weglasern als ein aufwendiges Motiv in verschiedenen Farben. Für
die Entfernung einer Profitätowierung seien nicht selten zehn bis zwölf Lasersitzungen
erforderlich, so Andreas Jesper – die Kosten steigen dann
rasch in vierstellige Höhe, die von der Krankenkasse nicht übernommen
werden.
Viele Patienten empfinden die Behandlung als äußerst schmerzhaft, so dass
eine örtliche Betäubung erforderlich wird oder Schmerzmittel eingenommen
werden müssen. Nach der Behandlung bleibt das betroffene Hautareal noch
zwei bis drei Monate sehr empfindlich und muss insbesondere gut gegen
Sonne geschützt werden.