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Vorsicht Hautkrebs: Sonnenbrände im Kindesalter vermeiden

21. Juli 2018 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Sommerzeit ist Draußenzeit. Die Sonne ist dabei unser ständiger Begleiter. Eine Neurodermitis wird in dieser Zeit oftmals besser. Doch Vorsicht, ein Zuviel an UV-Strahlung insbesondere im Kindesalter erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Daher tragen Eltern, Erzieherinnen und Erzieher eine besondere Verantwortung gerade jetzt in den Sommermonaten, Kinder vor zu viel Sonnenlicht zu schützen, wie Hautarzt Dr. Ralph von Kiedrowski in seinem Brief an die Eltern betont:

Liebe Eltern, liebe Erzieherinnen und Erzieher,

Deutschland hat ein Hautkrebs-Problem, die Hautkrebsraten steigen europa-weit. Besonders in der frühen Kindheit entstehen durch den unachtsamen Umgang mit Sonnenlicht vielfach bereits UV-Strahlungsschäden der Haut, die später zu einem malignen Melanom - der gefährlichsten Form des Hautkrebses - entarten können. Sonnenbrände sollten unbedingt vermieden werden. Nicht nur wegen der akuten Schmerzen, sondern auch wegen der gravierenden Langzeitfolgen. Unsere Haut vergisst nicht. Wird ein Sonnenbrand sichtbar, ist es längst zu spät, die Haut ist dann bereits erheblich geschädigt. Die Rotfärbung ist Zeichen einer Entzündungsreaktion und tritt zeitlich verzögert auf.

Als Eltern und Erzieher/innen sind wir Vorbild für unsere Kinder. Die Erziehung zu einem vernünftigen Umgang mit Sonnenlicht sollte so selbstverständlich sein wie das tägliche Zähneputzen. Ein Appell der Euromelanoma-Kampagne bringt es auf den Punkt: "Eltern schützt eure Kinder!" Deren Haut ist besonders gefährdet, da sie um ein Vielfaches dünner ist als die Haut von Erwachsenen. Sie kann noch nicht ausreichend Pigmente produzieren, die als körpereigener Schutz gegen UV-Strahlen dienen. Zudem liegen die UV-empfindlichen Stammzellen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind damit dem Sonnenlicht stärker ausgesetzt als in späteren Jahren. Dadurch reagiert die Haut in jungen Jahren deutlich sensibler auf die ultraviolette Strahlung der Sonne und benötigt stärkere Schutzmaßnahmen.

Ein Wort in diesem Zusammenhang zur Vitamin-D-Produktion: Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihre Kinder durch zu wenig Sonne einen Vitamin-D-Mangel entwickeln würden. Diese Sorgen sind völlig unbegründet. Richtig ist zwar, dass Sonnenlicht für die körpereigene Vitamin-D-Produktion benötigt wird. Dafür sind aber keine langen Aufenthalte in der Sonne nötig: Für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt es nach derzeitigen Erkenntnissen bereits aus, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche dem Sonnenlicht auszusetzen. Bei Menschen mit Hauttyp II (helle, empfindliche Haut, blonde bis braune Haare) reicht beispielsweise eine Zeit in der Sonne von jeweils etwa 12 Minuten dazu aus. Bei längeren Aufenthalten im Freien sind also unbedingt Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Dazu hier ein paar praktische Tipps:

  • Die pralle Sonne in der Zeit von 11 bis 14 Uhr meiden! Ein Aufenthalt im Freien, besonders am oder im Wasser, ist am frühen Morgen oder späteren Nachmittag weit weniger belastend für die Haut.
  • Nicht nur Wasser, sondern auch heller Sand am Strand führt zu einer durch Reflektion gesteigerten UV-Belastung. Auch im Gebirge ist die höhere UV-Intensität zu berücksichtigen.
  • Schatten bietet einen Schutz, der durch sonnensichere Kleidung - mit zertifiziertem UV-Schutz -, eine Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel ergänzt werden muss. Denn Schatten reduziert die UV-Belastung oft geringer als man denkt, ein normaler Sonnenschirm zum Beispiel oft nicht einmal um ein Drittel!
  • Bei der Sonnencreme den höchsten verfügbaren Lichtschutzfaktor wählen und sorgfältig einreiben. Wenn Reibung und Wasser den Sonnenschutz abgetragen haben, "nachschmieren". Aber Achtung: Erneutes Eincremen verlängert nicht die "Tageshöchstdosis" der UV-Strahlung, die Ihre Haut verträgt.
  • Die Eigenschutzzeit - abhängig vom Hauttyp - beachten und nicht "überziehen"!

Gehen Sie mit diesen Hinweisen gut vorbereitet in die große Sommerpause. Denn mit dem richtigen Sonnenschutz geben wir dem Hautkrebs keine Chance!

Dr. Ralph von Kiedrowski
Berufsverband der Deutschen Dermatologen

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